
Jetzt erst recht – In dieser Folge lassen wir unserem Unmut freien Lauf. Die Wochen vor der Bundestagswahl waren für sehr viele Menschen aufwühlend, geprägt von Frust, Unsicherheit, Sorge und jeder Menge unguter Gefühle. Für Tierrechtsaktivist*innen, welche den öffentlichen politischen Diskurs im Vorfeld verfolgten, oder sich daran beteiligten, war es erst recht eine enorme Herausforderung für das individuelle Seelenheil. Wenn Tierrechte nicht verhandelbar sind, aber die Möglichkeiten, politisch dafür einzustehen derart begrenzt sind, wie soll man dann nicht mindestens Bauchschmerzen bekommen, wenn nicht sogar verzweifelt sein?
Wo Tierrechte? Jetzt erst recht
Zudem wurde im Vorfeld wieder viel gestritten. Und noch viel schlimmer: es kam erneut zu Anfeindungen innerhalb der Tierrechtsszene. Wie traurig ist das eigentlich. Aber es gab noch mehr auszuhalten: Ein sehr dämliches Tierfreundlichkeitsbarometer sollte uns alle erhellen. Parteien und Politiker*innen wurden auf ihre Tierfreundlichkeit geprüft und, was sollen wir sagen: ein Totalausfall. Da wurden Menschen bewertet mit „gut zu Tieren“, die schon in aller Öffentlichkeit, einen Fisch mit mehreren Schlägen auf den Kopf getötet hatten. Vegetarischen Politiker*innen wurde gleich mal der Heiligenschein aufgesetzt und wer nur irgendwann einmal irgendetwas für Umwelt oder Tier gefordert hatte, konnte sich über die maximal positive Bewertung freuen. Hallo?
Rechter Rachefeldzug
Leider ist das letzte, was man nun behaupten kann, dass der ganze Spuk vorbei ist. Wir kneifen uns zwar immer noch, in der Hoffnung aufzuwachen, aber vielleicht ist das einfach unser neues Hobby. Deutschland hat gewählt und wir müssen uns der Tatsache stellen, dass die Mehrheit im Land weder die Gefahren von Ausgrenzung, Rückschrittlichkeit, noch populistischer Hetze erkennen konnte, oder wollte. Und schon geht es los mit der Einschüchterung der progressiven, sozial eingestellten Zivilbevölkerung. Zwei Tage nach der Wahl kam die Union mit ihren kleinen Anfragen daher. Und der Aufschrei ist gering, Aus „das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“ wird „das wird man ja wohl noch fragen dürfen!“ Ja genau, alles ganz harmlos. Ironie off. Wer meint, es ginge hier um unschuldiges Interesse, der sollte sich vielleicht einmal die Frage stellen, warum dies unschuldige Interesse sich ausschließlich auf jene Organisationen beschränkt, die sich für mehr Gerechtigkeit und gegen die Unterdrückung Schwächerer einsetzen. Die es wagten, die machtgeilen, selbstverliebten Unterdrücker*innen zu kritisieren und ja, auch gegen sie mobil zu machen.
Seid mutig
Zwei der Organisationen, die auf dem Radar der beleidigten CDU Spitze sind, sind Tierrechtsorganisationen. Was soll man eigentlich davon halten? Menschen, die sich für Tiere einsetzen, sollen eine Gefahr für die Demokratie sein, oder wie? In unserer Folge regen wir uns sehr darüber auf. Aber wir bemühen uns ebenso darum, einen Hoffnungsschimmer zu kreieren. Ein kleines Licht im Dunkeln anzuzünden. Dieser Hoffnungsschimmer, das sind wir alle. Denn, wenn jemand mutig ist, dann ja wohl Veganer*innen. Jetzt erst recht, liebe Kämpfer*innen für Tierrechte, lasst uns weiterhin für eine vegane Welt zu kämpfen. Denn wenn diese Welt etwas braucht, dann sind das Werte wie Mitgefühl, Vernunft, oder Frieden.
Viel Spaß beim Hören unserer aktuellen Folge.